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Mit Facebook zur Vorhersage von Depressionen

Neue Untersuchungen verwenden mehr als eine halbe Million Statusaktualisierungen von Facebook, um Depressionsdiagnosen bei gefährdeten Personen vorherzusagen.


Ihre Facebook-Beiträge können vorhersagen, ob Sie an Depressionen leiden.

Depressionen sind eines der am weitesten verbreiteten psychischen Probleme in den Vereinigten Staaten. Über 16 Millionen Erwachsene haben in ihrem Leben mindestens eine schwere depressive Episode erlebt.

Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass unipolare depressive Störungen bis 2030 die "Hauptursache für die globale Krankheitslast" sein werden.

Derzeit ist die Erkrankung jedoch vor allem bei jungen Menschen und Männern noch unterdiagnostiziert.

Die neue Forschung soll dazu beitragen, bessere Screening- und Diagnosewerkzeuge für Depressionen zu schaffen, indem sie die Informationen aus den sozialen Medien nutzt.

Forscher, die gemeinsam von Johannes Eichstaedt, dem Gründungsforscher des World Well-Being Project (WWBP) in Philadelphia, PA, gegründet wurden, und H. Andrew Schwartz, einem der Hauptforscher der WWBP, verwendeten einen Algorithmus, um Social-Media-Daten von einwilligenden Benutzern zu analysieren und sprach sprachliche Hinweise aus, die Depressionen vorhersagen könnten.

Das Team veröffentlichte ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Verfahren der National Academy of Sciences. Johannes Eichstaedt ist der Erstautor der Zeitung.

Eine halbe Million Facebook-Posts analysieren

Eichstaedt und seine Kollegen analysierten Daten von fast 1.200 Personen, die sich bereit erklärten, ihre Facebook-Statusaktualisierungen und ihre elektronischen Krankenakten bereitzustellen. Von diesen Teilnehmern hatten nur 114 eine Vorgeschichte von Depressionen.

Die Mitautorin der Studie Raina Merchant sagt: "Für dieses Projekt haben alle Personen zugestimmt, es werden keine Daten aus ihrem Netzwerk erhoben, die Daten werden anonymisiert und die strengsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards werden eingehalten."

Dann stellten die Forscher für jede Person, die in ihrem Leben die Diagnose Depression erhalten hatte, fünf weitere Kontrollen zusammen, bei denen dies nicht der Fall war. Auf diese Weise haben die Forscher 683 Personen zusammengebracht.

Die Wissenschaftler fügten die Informationen in einen Algorithmus ein. Insgesamt analysierten Eichstaedt und seine Kollegen 524.292 Facebook-Statusaktualisierungen sowohl von Personen, die an Depressionen erkrankt waren, als auch von denen, die dies nicht taten.

Die Aktualisierungen wurden aus den Jahren vor der Depressionsdiagnose und für einen ähnlichen Zeitraum für Teilnehmer ohne Depression gesammelt.

Durch die Modellierung von Gesprächen zu 200 Themen ermittelten die Forscher eine Reihe sogenannter Depressions-assoziierter Sprachmarker, die emotionale und kognitive Signale wie "Traurigkeit, Einsamkeit, Feindseligkeit, Wiederkäuen und vermehrte Selbstreferenz" abbildeten - das ist ein Anstieg Verwendung von First-Person-Pronomen wie "Ich" oder "Ich".

Eichstaedt und sein Team untersuchten, wie oft Menschen mit Depressionen diese Marker im Vergleich zu Kontrollen verwendeten.

Social Media als Depression-Diagnoseinstrument

Die Forscher fanden heraus, dass die sprachlichen Marker eine Depression mit "signifikanter" Genauigkeit bis zu 3 Monate vor der formalen Diagnose der Person vorhersagen können.

"Eine unauffällige Beurteilung der Depression in sozialen Medien über die Einwilligung von Einzelpersonen kann als skalierbare Ergänzung bestehender Screening- und Überwachungsverfahren möglich werden", schließen die Autoren.

Der Erstautor der Studie kommentiert auch die Ergebnisse und sagt: "Die Hoffnung ist, dass diese Screening-Systeme eines Tages in Pflegesysteme integriert werden können."

"Dieses Tool wirft gelbe Flaggen. Schließlich besteht die Hoffnung, dass Sie die identifizierten Personen direkt in skalierbare Behandlungsmodalitäten einleiten können", fährt Eichstaedt fort.

Die Forscher vergleichen ihren Social-Media-Algorithmus mit einer DNA-Analyse. "Social-Media-Daten enthalten Marker, die dem Genom ähneln", sagt Eichstaedt.

"Mit überraschend ähnlichen Methoden wie in der Genomik können wir Social-Media-Daten durchforsten, um diese Marker zu finden. Depressionen scheinen auf diese Weise durchaus erkennbar zu sein. Sie verändern die Nutzung sozialer Medien durch die Menschen in einer Art Hautkrankheit oder Hautkrebs Diabetes nicht. "

"[Social Media] kann sich als ein wichtiges Instrument für die Diagnose, Überwachung und eventuell auch zur Behandlung erweisen. Hier haben wir gezeigt, dass es mit klinischen Aufzeichnungen verwendet werden kann, ein Schritt zur Verbesserung der psychischen Gesundheit mit Social Media."

H. Andrew Schwartz

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