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Insomnia: Bestimmte Arten von Gehirnzellen erklären das genetische Risiko

Neue Forschung in der Zeitschrift Naturgenetik identifiziert einzelne Arten von Gehirnzellen und Gehirnbereichen, die an Schlaflosigkeit beteiligt sind, und bietet neue Behandlungsziele für diese Erkrankung.


Neue Forschungen erklären, warum manche Menschen nicht schlafen können.

Etwa ein Drittel der Menschen, die in den Vereinigten Staaten leben, und etwa 770 Millionen Menschen weltweit sind von Schlaflosigkeit betroffen.

Wie viele Menschen mit Schlaflosigkeit wissen, besteht die Tendenz zu glauben, dass das Einschlafen eine Frage der Willenskraft ist.

Immer mehr Studien zeigen jedoch, dass es tatsächlich eine starke neurobiologische Komponente hat.

Im Jahr 2016 fanden Wissenschaftler beispielsweise Abnormitäten im Bereich der weißen Substanz von Menschen, die an Schlaflosigkeit leiden, sowie in Teilen ihres limbischen Systems. Neuere Studien haben spezifische genetische Varianten aufgedeckt, die mit dem Schlaflosigkeitsrisiko in Verbindung stehen.

Nun hat ein internationales Forscherteam die genetischen Daten von mehr als 1,3 Millionen Menschen analysiert, um die einzelnen Gene, Gehirnzelltypen, Gehirnbereiche und neurobiologischen Prozesse zu untersuchen, die der Schlaflosigkeit zugrunde liegen.

Danielle Posthuma, Professor für statistische Genetik an der Vrije Universiteit Amsterdam in den Niederlanden, leitete die neue Forschung mit Eus Van Someren, einem Professor für Neurophysiologie am Niederländischen Institut für Neurowissenschaften in Amsterdam.

Studie liefert 'spektakuläre Ergebnisse'

Anhand von Daten des britischen Biobank- und DNA-Testunternehmens 23andMe sammelten die Forscher 1.3331.010 Personen zu genetischen Daten und Schlafdaten. Damit ist dies der größte genetische Datensatz, den Wissenschaftler jemals zur Untersuchung von Schlafstörungen verwendet haben.

Sie fanden 202 genetische Loci und 956 Risiko-Gene für Schlafstörungen. Weitere Analysen ergaben, dass einige dieser Gene für das Funktionieren von Axonen oder Erweiterungen von Nervenzellen, die die elektrische Kommunikation mit anderen Neuronen erleichtern, von entscheidender Bedeutung sind.

Die Forscher fanden auch eine signifikante Anzahl von Insomnie-Risiko-Genen, die in bestimmten Zellen im kortikalen und subkortikalen Gewebe des Gehirns eingeschaltet wurden.

Zu den bei Schlaflosigkeit verwickelten Zelltypen gehörten insbesondere "Striatal-, Hypothalamus- und Claustrum-Neuronen". Die Ergebnisse "liefern neue Behandlungsziele", erklären die Studienautoren.

Prof. Posthuma kommentiert die Ergebnisse mit den Worten: "Unsere Studie zeigt, dass Schlaflosigkeit, wie so viele andere neuropsychiatrische Erkrankungen, durch Hunderte von Genen beeinflusst wird, die jeweils einen kleinen Effekt haben."

"Diese Gene an sich sind nicht besonders interessant", fügt sie hinzu. "Was zählt, ist ihre kombinierte Wirkung auf das Schlaflosigkeitsrisiko."

Ein weiterer wichtiger Befund war, dass die Schlafstörungen mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen mehr Risiko-Gene hatten als mit anderen Schlafmerkmalen, z. B. einer "Nachteule" oder einer "Morgen-Lerche".

Dies ist "eine sehr wichtige Feststellung", stellt Prof. Van Someren fest, "weil wir immer nach Ursachen von Schlaflosigkeit in den Gehirnkreisläufen gesucht haben, die den Schlaf regulieren."

"Wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf die Schaltkreise richten, die Emotion, Stress und Spannung regulieren. Unsere ersten Ergebnisse in dieser Richtung sind bereits spektakulär."

Prof. Eus Van Someren

Der Mitautor der Studie, Guus Smit, ein Neurobiologe an der Vrije Universiteit Amsterdam, sagt: "Diese Ergebnisse sind ein Durchbruch, da wir nun erstmals im Labor nach zugrundeliegenden Mechanismen in einzelnen Gehirnzellen suchen können."

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