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Sind Menschen mit Diabetes oder Adipositas zu Stress neigen?

Personen mit Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes haben Insulinresistenz - was bedeutet, dass ihr Körper den Blutzuckerspiegel nicht regulieren kann. Aber bedeuten diese Ungleichgewichte auch, dass ihre emotionalen Reaktionen auf negative Reize verstärkt werden?


Insulinresistenz kann dazu beitragen, Menschen mit Übergewicht und Diabetes anfälliger für Stress zu machen.

Laut Auriel Willette, Tovah Wolf und anderen an der University of Wisconsin-Madison und der Iowa State University in Ames lautet die Antwort "Ja".

Frühere Studien haben gezeigt, dass Menschen, die mit Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit leben, anfälliger für Stimmungsstörungen wie Depressionen sind.

Die an der neuen Studie beteiligten Wissenschaftler waren der Meinung, dass diese erhöhte emotionale Reaktion auf Stressoren möglicherweise mit Insulinresistenz zusammenhängt, was den Kontext für eine verstärkte negative emotionale Reaktion darstellt.

Ihre jüngste Studie - deren Ergebnisse nun in der Zeitschrift veröffentlicht werden Psychosomatische Medizin - zeigt an, dass Personen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes stärker auf negative visuelle Reize reagieren.

Dies wird durch ihre Gehirnaktivität, Cortisol (das Stresshormon) und ihre kognitive Leistungsfähigkeit unterstützt.

Insulinresistenz an negative Reaktionen gebunden

Um für ihre Forschung relevante Daten zu sammeln, rekrutierten die Forscher 331 Erwachsene anhand einer größeren Studie namens Midlife in den Vereinigten Staaten.

Das erste Anzeichen, das sie bei den Teilnehmern untersuchten, war ihre "Schreckreaktion", die als unwillkürliche Abwehrreaktion auf einen Stimulus definiert wird, der automatisch als potentiell gefährlich empfunden wird.

Stellen Sie sich vor, Sie springen erschrocken, weil jemand plötzlich "Boo!" von hinten in einem ansonsten ruhigen Raum. Nach einem Moment werden Sie feststellen, dass es nur ein praktischer Witz war, aber die sofortige Reaktion Ihres Körpers besteht darin, Sie aus der Gefahrenzone herauszubringen.

Einige Menschen haben jedoch stärkere und intensivere Schreckreaktionen als andere, und es stellt sich heraus, dass Diabetiker in diese Kategorie fallen können.

Willette und sein Team zeigten jedem Studienteilnehmer eine Serie von Bildern mit negativem, positivem oder neutralem Inhalt mit dem Ziel, eine emotionale Reaktion auszulösen.

Gleichzeitig testeten sie die unwillkürlichen Reaktionen der Probanden mit einem Elektroenzephalogramm (EEG), einem Test, bei dem winzige elektrische Sensoren in Schlüsselbereichen über Kopf und Gesicht - in diesem Fall unter den Augen der Teilnehmer - platziert werden, um die Aktivität zu messen im zentralen Nervensystem.

Dabei untersuchten die Forscher, wie oft jedes Individuum bei negativen Bildern blinzelte oder zuckte.

"Menschen mit einer höheren Insulinresistenz waren durch negative Bilder eher verblüfft", sagt Willette und fügt hinzu: "Durch die Reaktion können sie auf negative Dinge im Leben reaktiver sein."

"Es ist ein Beweisstück dafür, dass diese Stoffwechselprobleme mit Problemen zusammenhängen, wie wir Dinge wahrnehmen und behandeln, die uns alle belasten", betont er.

Ein Teufelskreis

Die Ergebnisse von EEG-Tests, die an Teilnehmern durchgeführt wurden, wenn sich ihr Gehirn in Ruhe befand - das heißt, keine besonderen Aufgaben zu erledigen - deuteten darauf hin, dass Personen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes mehr Aktivität in der rechten Gehirnhälfte zeigten.

Dies ist interessant, weil eine überaktive rechte Hemisphäre mit Depressionen und negativen Stimmungen in Verbindung gebracht wurde.

Wolf weist darauf hin, dass die Ergebnisse eine Erklärung dafür liefern, warum Menschen, die an chronischen Stoffwechselkrankheiten leiden, es so schwer finden, einen gesünderen Lebensstil zu verfolgen, um sie auf ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden zu unterstützen.

Wenn sich eine Person konsequent auf negative Gedanken konzentriert, kann es ihnen schwerfallen, die Motivation zu finden, auf ein positives Gesundheitsergebnis hinzuarbeiten.

Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler heraus, dass Teilnehmer mit Prädiabetes und Typ-2-Diabetes niedrige Cortisolspiegel aufwiesen, die sie als mögliche Anzeichen für chronischen Stress betrachten.

Ein Telefontest der kognitiven Leistungsfähigkeit hat auch gezeigt, dass diese Personen einige kognitive Defizite hatten, wie etwa eine schlechtere Rechenfähigkeit.

Die Wissenschaftler argumentieren, dass ein besseres Verständnis, wie Insulinresistenz zu einer veränderten Wahrnehmung von Stressfaktoren beitragen kann, Spezialisten dabei helfen kann, den Auswirkungen negativer Stimmungen und des Denkens auf Patienten, die auf Übergewicht und Diabetes abzielen, entgegenzuwirken.

"Für Menschen mit Blutzuckerproblemen kann es zu Blutzuckerspitzen kommen, wenn sie gestresst und reaktionsfreudiger sind", sagt Wolf und stellt fest, dass dadurch ein Teufelskreis entsteht.

"Wenn Menschen mit Prädiabetes und Diabetes versuchen, die Krankheit rückgängig zu machen oder zu behandeln, können Stressereignisse ihre Ziele beeinträchtigen. Häufige negative Reaktionen auf Stressereignisse können zu einer Verringerung der Lebensqualität führen und einen Teufelskreis verursachen, der es schwierig macht, gesund zu sein. "

Tovah Wolf

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