Empfohlen, 2019

Tipp Der Redaktion

Gemeinsame Anti-Raucher-Droge kann Schlaganfall, Herzinfarktrisiko erhöhen
Lebensmittel, die mit einer Sesamallergie zu vermeiden sind
Eierstockkrebs: Wissenschaftler finden einen Weg, um einen dualen Angriff zu starten

Ist Bluthochdruck immer schlecht?

Hypertonie oder Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes und andere Stoffwechselprobleme. Ist Bluthochdruck jedoch immer ein Grund zur Sorge? Neue Erkenntnisse stellen diese Annahme in Frage.


Bluthochdruck kann manchmal einen schützenden Effekt haben.

Laut den Centers for Disease Control und Prevention (CDC) haben in den USA bis zu 75 Millionen Erwachsene einen hohen Blutdruck.

Was ist Bluthochdruck? Nun, es ist schwer, diese Frage genau zu beantworten, da die Experten immer noch darüber diskutieren, was als normaler Blutdruck gilt.

Verschiedene Organisationen bieten derzeit unterschiedliche Richtlinien für Bluthochdruck an.

Zum Beispiel erklären das National Heart, Lung und Blood Institute, dass Hypertonie bei Erwachsenen ein "konsistenter systolischer Wert von 140 mm Hg [Millimiter Quecksilber] oder höher ist".

Die American Heart Association (AHA) legt jedoch nahe, dass Bluthochdruck auftritt, wenn eine Person einen systolischen Blutdruck von 130 mm Hg oder mehr hat. In der Zwischenzeit betrachten die CDC Menschen mit einem systolischen Blutdruck von 120–139 mm Hg nur als "gefährdet" von Bluthochdruck.

Im Allgemeinen raten Ärzte ihren Patienten - insbesondere älteren Erwachsenen -, ihren eigenen Blutdruck zu überwachen und in Schach zu halten.

Damit soll sichergestellt werden, dass es nicht die Schwelle für Bluthochdruck erreicht, die unter vielen Gesundheitsexperten einen Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle darstellt.

Eine Studie, die Forscher der Charité - Universitätsmedizin Berlin in Deutschland durchgeführt haben, legt jedoch nahe, dass einige ältere Menschen möglicherweise nicht mit anderen gesundheitlichen Problemen konfrontiert sind, wenn sie hohen Blutdruck haben.

In der Tat stellen die Forscher fest, dass manche Menschen in ihren 80ern sogar einige Vorteile sehen.

Weg von einer pauschalen Annäherung

Die neue Studie - deren Ergebnisse in der Europäische Herzzeitschrift - betrachtete eine Kohorte von 1.628 Frauen und Männern mit einem Durchschnittsalter von 81 Jahren. Alle waren 70 oder älter, als sie 2009 beitraten, und sie wurden alle antihypertensiven Behandlungen unterzogen.

Die Forscher sammelten Daten über den Gesundheitszustand der Teilnehmer im Rahmen der Berlin Initiative Study, einem Forschungsprojekt der Charité. Sie befragten die Teilnehmer alle zwei Jahre und bewerteten unter anderem ihren Blutdruck.

Nach sechs Jahren führten die Ermittler eine statistische Analyse durch, um herauszufinden, wie der Blutdruck das Sterblichkeitsrisiko einer Person beeinflussen kann. Sie berichteten auch über mögliche Störfaktoren wie Geschlecht, Lebensstil, Body-Mass-Index (BMI) und wie viele Medikamente gegen Bluthochdruck jede Person eingenommen hatte.

Sie sahen, dass Personen ab 80, die einen niedrigeren Blutdruck - von 140/90 mm Hg oder weniger - hatten, tatsächlich ein um 40 Prozent höheres Mortalitätsrisiko aufwiesen als Peers, deren Blutdruck diese Schwellenwerte überschritt.

Selbst Menschen, die bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hatten, zeigten einen ähnlichen Zusammenhang zwischen Blutdruck und Mortalitätsrisiko.

Das Team betont auch, dass Menschen mit einem Blutdruck unter 140/90 mm Hg ein um 61 Prozent höheres Sterberisiko hatten als Menschen, deren Blutdruck trotz ihres blutdrucksenkenden Medikaments hoch blieb.

"Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass die blutdrucksenkende Behandlung innerhalb dieser Patientengruppen an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden muss", stellt der erste Studienautor Dr. Antonios Douros fest.

"Wir sollten uns vom generellen Ansatz entfernen, die Empfehlungen der Berufsverbände auf alle Patientengruppen anzuwenden."

Dr. Antonios Douros

Zukünftig wollen die Wissenschaftler die blutdrucksenkenden Medikamente eingehender untersuchen, um festzustellen, wann sie am wahrscheinlichsten helfen.

"Als nächsten Schritt wollen wir untersuchen, welche Patientengruppen tatsächlich von einer antihypertensiven Behandlung profitieren", schließt der Mitautor der Studie, Prof. Elke Schäffner.

Beliebte Kategorien

Top